
Auf das Immenstädter Horn im Winter
11,8 km | 850 hm
gewandert am 06.03.2023

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Wegcharakter
Die Tour führt von einer einfachen Forststraße schnell auf steilere, verschneite Waldpfade, die im Winter Trittsicherheit und Grödel erfordern. Der abwechslungsreiche Weg beinhaltet zudem einen rutschigen Bohlenweg im Gipfelbereich und endet mit einem sanften Abstieg über weite Schneefelder.
Key Facts
| Schwierigkeitsgrad | 3/5 |
| Kulturgrad | 2/5 |
| Naturgrad | 3/5 |
| Beste Jahreszeit | Ganzjährig, hier Wintertour |
| Startpunkt | Wanderparkplatz Bühl am Alpsee |
Anreise
Wir parken am Parkplatz Alpsee (Bühl am Alpsee). Hier kann für wenig Geld den ganzen Tag parken. Zudem ist die Bezahlung auch über die Parking App möglich. Der Startpunkt ist auch mit dem ÖPNV von Immenstadt aus erreichbar. Die Buslinie 39 lässt Wanderer direkt vor dem Parkplatz raus.
Tourenbeschreibung
Vom Dorf in die winterliche Waldstille
Wir starten die Tour auf einer begehbaren Forststraße mit moderater Steigung. Das ändert sich aber schon nach wenigen Metern. Wir treten in den winterlich stillen Wald ein, dessen Ruhe nur von unserem Keuchen aufgrund der erhöhten Anstrengung untermalt wird.
Da der Weg steiler wird und wir auf Schnee und Eis wandern, ziehen wir schon bald die Grödel unter die Wanderschuhe. Mit mehr Halt kommen wir nun auch wieder schneller voran.
Aufstieg und Ausblick
Der Aufstieg auf das Immenstädter Horn wird von dem wunderschönen Blick auf den Großen Alpsee und das Allgäuer Vorland begleitet. Der circa 2,5 Quadratkilometer große See ist der größte Natursee im Allgäu. Im Sommer wird hier aufgrund der guten Windverhältnisse viel gesegelt sowie Wind- und Kitesurfen betrieben. Außerdem führt ein 11 km langer, leichter Rundweg um den See.
Ich bevorzuge allerdings den Winter hier, da weit weniger Menschen unterwegs sind. Die einfache Zugänglichkeit, Liegewiesen, ein Campingplatz und sogar eine Sommerrodelbahn lassen das unter Landschaftsschutz stehende Gebiet manchmal alles andere als ruhig erscheinen.
Einer bayerischen Legende nach soll sich im See sogar eine einst reiche, versunkene Stadt befinden (Quelle).
Das Immenstädter Horn
Nach ungefähr zwei Stunden Aufstieg erreichen wir den Gipfel des Immenstädter Horns. Der bewaldete Weg ist mit unseren Grödeln und Stöcken gut begehbar. Nur wenige Abschnitte führten uns durch tieferen, aber ungefährlichen Schnee. Obwohl der Gipfel bewaldet ist, gibt es die sogenannte Kanzel, welche ein traumhaftes Panorama auf die umliegenden Berge und den Alpsee bietet.
Jedes Jahr findet hier im Herbst die traditionelle „Hornmesse“ statt. Ich war bisher nur einmal zufällig Teil einer Bergmesse bei Innsbruck. Die Messe hatte mich zwar beeindruckt, jedoch fühlte ich mich irgendwie fehl am Platz. Ein komisches Gefühl als Wanderer am Gipfel …
Abstieg über den Bohlenweg in eisiger Kälte
Leicht verschwitzt vom Aufstieg können wir nicht allzu lange oben verweilen. Vom Gipfel nehmen wir nun den linken Weg über einen Bohlenweg, der über ein kleines Moor führt. Hier gilt es, im Winter vorsichtig zu treten. Nicht aufgrund des Moores, sondern wegen der rutschigen Holzbohlen.
Auf der Höhe des Kemptner Naturfreundehauses spüren wir plötzlich einen starken Temperaturabfall. Bis heute kann ich mir das nicht erklären, aber gefühlt war es hier plötzlich 5 °C kälter als noch auf der Nordseite des Berges.
Leider ist das Naturfreundehaus geschlossen, weshalb wir uns nur schnell einen eisigen Snack gönnen und weitergehen. Auskühlen könnte an dieser Stelle der Wanderung auch gefährlich werden, deshalb sollten wir in Bewegung bleiben.
Nach wenigen Kilometern erreichen wir wieder die wärmere Südseite. Dieser Abschnitt ist auch eines meiner Highlights dieser Tour. Wir stapfen leicht bergab über große, beschneite Wiesen in Richtung Immenstadt, während wir den tollen Blick auf den Alpsee vor uns haben und im Hintergrund die leicht verschneiten Berggipfel aufragen.
Kurz vor Kilometer 10 erreichen wir wieder den Weg, den wir auch für den Aufstieg nahmen, und genießen die letzten Meter bis zum Parkplatz im Rhythmus der eigenen, schneestapfenden Schritte.

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Die neuen Spikes werden direkt auf Schnee und Eis getestet

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Durch den winterlich stillen Wald geht es stetig bergauf

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Wir genießen das Allgäu-Panorama während es rutschig bergab geht

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Diese wunderbar stillen Momente lassen sich vor allem im Winter auffangen – hier am Gschwendertobelbach
Ausrüstung & Verpflegung
Auch wenn der Weg im Winter gut erkennbar ist, empfiehlt sich folgende Ausrüstung:
– Wanderschuhe mit gutem Profil (bei Schnee unverzichtbar)
– Gamaschen oder Schneeschuhe je nach Schneehöhe
– Warme Kleidung & Schichtenprinzip
– Vesper + warme Getränke – Einkehrmöglichkeiten unterwegs sind im Winter begrenzt
– Tritthilfen (Grödel) können auf eisigen Passagen hilfreich sein
Wichtig: Schnee und Eis können den Weg rutschig machen, gerade bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Plan also genügend Zeit ein und gehe lieber etwas langsamer.
5 Fragen
Warum habe ich diese Tour gewählt?
Die Tour ist für winterliche Anfänger mit guter Grundlagenausdauer gut geeignet, weshalb ich mich bei einem Wochenende Allgäu hierfür entschied.
Welcher Moment blieb mir in Erinnerung?
Nicht der Gipfel, sondern der Wiesenweg bergab mit der wunderbaren Aussicht und dem Gefühl es geschafft zu haben.
Was hat mir nicht gefallen?
Leider hatten alle Hütten geschlossen. Auf einen warmen Kaffee oder Kaiserschmarrn hätte ich mich sehr gefreut.
Hatte ich Angst und wobei?
Der kurzfristige (gefühlte) Temperaturabfall bescherte mir kein gutes Gefühl. Hier galt es schnellstmöglichst durch Bewegung aufzuwärmen und aus der Ecke des Berghanges rauszukommen.
Würde ich diese Wanderung nochmal gehen?
Ja.
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