
GR221 – Trockenmauerweg entlang der Westküste Mallorcas
8 Etappen | 139 km | 5.770 hm
gewandert zwischen 01.04.2023- 08.04.2023
- Wegcharakter
- An- und Abreise
- Tourenbeschreibung
- Etappe 1: Von Port d’Andratx nach Sant Elm (8,1 km | 360 hm)
- Übernachtung 1
- Etappe 2: Von Sant Elm nach Estellencs (26 km | 1.290 hm)
- Übernachtung 2
- Etappe 3: Von Estellencs nach Esporles (15 km | 570 hm)
- Übernachtung 3
- Etappe 4: Von Esporles nach Deia (22 km | 1.200 hm)
- Übernachtung 4
- Etappe 5: Von Deia nach Port de Soller (12,6 km | 310 hm)
- Übernachtung 5
- Etappe 6: Von Port de Soller zum Refugio Tossals Verds (22,6 km | 1.130 hm)
- Übernachtung 6
- Etappe 7: Vom Refugio Tossals Verds zum Kloster Lluc (13,9 km | 760 hm)
- Übernachtung 7
- Etappe 8: Vom Kloster Lluc nach Pollença (18,6 km | 260 hm)
- Ausrüstung & Verpflegung
- Fragen
- Weitere Mehrtagestouren

Wegcharakter
Der GR221, bekannt als „Ruta de Pedra en Sec“ (Trockenmauerweg), ist ein spektakulärer Fernwanderweg auf Mallorca. Er erstreckt sich über etwa 140 Kilometer durch das Tramuntana-Gebirge, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Weg verbindet charmante Dörfer wie Deià, Valldemossa und Sóller und führt durch Olivenhaine, Pinienwälder sowie entlang beeindruckender Felsklippen. Die Route folgt historischen Pfaden und alten Trockenmauern und bietet Wanderern atemberaubende Ausblicke auf die Berge und das Mittelmeer. Der GR221 ist in mehrere Etappen unterteilt, mit Refugios (Berghütten) für Übernachtungen. Er eignet sich für erfahrene Wanderer und Naturbegeisterte, die Mallorcas ursprüngliche Schönheit entdecken möchten.
Key Facts
| Schwierigkeitsgrad | 3/5 |
| Kulturgrad | 4/5 |
| Naturgrad | 3/5 |
| Beste Jahreszeit | Frühling und Herbst |
| Startpunkt | Port d’Andratx |
Anreise
Noch vor Sonnenaufgang beginnt unser Abenteuer. Mit Eurowings fliegen wir von Stuttgart nach Mallorca – bewusst mit einem sehr frühen Flug, denn die erste Etappe unserer Wanderung wollen wir noch am Anreisetag in Angriff nehmen. Nur mit dem Wanderrucksack unterwegs zu sein, erweist sich als echter Vorteil: leicht, unkompliziert und perfekt für dieses Vorhaben. Für den Flug selbst kann ich allerdings nur dringend einen Flightcover empfehlen. Unserer ist von Deuter und hat sich als robuster Schutz für den Rucksack absolut bewährt – eine Investition, die sich lohnt.
Am Flughafen Stuttgart sind wir früh auf den Beinen. Die Müdigkeit sitzt noch in den Knochen, doch die Vorfreude überwiegt. Beim Security-Check sorgt mein Equipment kurz für Aufmerksamkeit: Die Wanderschuhe müssen ausgezogen werden, was den Ablauf etwas verzögert – ein kleiner, aber typischer Moment, der zeigt, dass diese Reise anders ist als ein gewöhnlicher Städtetrip.
Nach der Landung in Palma geht alles erstaunlich reibungslos. Vom Flughafen nehmen wir den Bus in die Stadt, steigen dort um und fahren weiter Richtung Port d’Andratx. Während die Landschaft draußen langsam bergiger wird, wächst die Spannung: Gleich geht es wirklich los. Bereits um 10:30 Uhr stehen wir am Startpunkt unserer Wanderung. Bevor wir aufbrechen, gönnen wir uns noch ein Frühstück aus dem Supermarkt am Hafen – simpel, aber genau richtig. Mit Blick auf die Boote, salziger Luft in der Nase und dem ersten Weg vor Augen fühlt sich dieser Moment an wie der offizielle Beginn unseres Weges über die Insel.
Abreise
Zur Mittagszeit erreichen wir Pollença. Die Sonne steht hoch am Himmel, die Hitze liegt schwer über den schmalen Gassen, und jeder Schritt erinnert uns daran, dass wir inzwischen einige Kilometer in den Beinen haben. Ohne lange zu überlegen, steuern wir direkt das Stadtzentrum an. In einem kleinen Café finden wir schließlich genau das, was wir jetzt brauchen: Schatten, kühle Getränke und eine wohlverdiente Pause. Beim Mittagessen lassen wir die Eindrücke des Tages Revue passieren und spüren langsam, wie neue Energie zurückkehrt.
Doch lange bleiben wir nicht. Am frühen Nachmittag nehmen wir den nächsten Bus von Pollença nach Palma. Die Fahrt dauert rund eine gute Stunde, und während die Landschaft draußen vorbeizieht, wechseln sich Müdigkeit und Zufriedenheit ab. Die Berge bleiben zurück, die Insel wird flacher, urbaner – ein stiller Übergang vom Wandern zurück in die Stadt.
In Palma gönnen wir uns noch eine letzte Nacht. Nach den Tagen unterwegs fühlt sich das Stadtleben fast ungewohnt an: belebte Straßen, Lichter, Stimmengewirr. Wir lassen den Abend ruhig ausklingen, wohl wissend, dass unsere Reise sich dem Ende nähert. Am nächsten Morgen geht es dann weiter zum Flughafen – mit müden Beinen, aber mit vielen Bildern und Momenten im Gepäck, die noch lange nachwirken werden.
Etappe 1: Von Port d’Andratx nach Sant Elm (8,1 km | 360 hm)
Die erste Etappe beginnt
Unser Weg beginnt am lebhaften Yachthafen von Port d’Andratx. Hier, zwischen eleganten Yachten und Fischerbooten, spüren wir den Kontrast zu der ruhigen Natur, die uns gleich empfangen wird. Wir überqueren den Bach Torrent des Saluet und folgen zunächst der Uferpromenade Avinguda de Gabriel Roca i Garcias, bevor wir in die ruhigeren Gassen des Ortes abbiegen.
Der Aufstieg in die Tramuntana
Schon bald lassen wir die letzten Häuser hinter uns und der Weg beginnt anzusteigen. Zuerst auf Asphalt, dann auf angenehmeren Schotterpisten und Waldwegen führt uns der Pfad bergauf. Lichte Kiefernwälder spenden uns immer wieder willkommenen Schatten. Hier treffen wir noch weitere Wanderer.
Die Landschaft ist geprägt von rötlichen Felsen, wilden Olivenbäumen und den typischen Zwergpalmen. Es kreuzen sogar ein paar neugierige Ziegen unseren Weg. Auch wenn dieser erste Abschnitt noch nicht durchgehend offiziell markiert ist, weisen uns liebevoll aufgetürmte Steinmännchen und alte Farbmarkierungen die Richtung.
Spektakuläre Ausblicke
Der Aufstieg wird reichlich belohnt. Am Pass Pas Vermell halten wir inne. Von hier aus eröffnet sich uns ein atemberaubender Panoramablick zurück auf den Hafen und vor allem auf die Westküste mit der sagenumwobenen Dracheninsel Sa Dragonera, die wie ein schlafender Drache im Meer liegt.
Der Abstieg nach Sant Elm
Vom Pass aus beginnt unser Abstieg. Der Pfad wird nun felsiger und schlängelt sich an einer roten Felswand entlang talwärts. Wir folgen den gelben und blauen Pfeilen, die uns am Castillo de Sant Elm vorbeiführen, bevor eine Treppe uns direkt in die Gassen unseres Ziels leitet. Kurz vor dem Dorf laufen wir noch ausversehen auf ein privates Grundstück, weil wir eine Abzweigung verpassen. Wir erreichen das malerische Fischerdorf Sant Elm. Die kleinen, einladenden Buchten sind der perfekte Ort, um unsere erste Etappe ausklingen zu lassen und uns auf die kommenden Abenteuer in der Serra de Tramuntana zu freuen.
Übernachtung 1: San Elm
Für die erste Nacht gönnen wir uns ein Hotelzimmer mit Dusche direkt neben dem Strand. Da wir San Elm am frühen Nachmittag erreichen, reicht es sogar noch für ein Sprung ins Meer am Platja des Geperut.
Erschrocken war ich dann aber doch über die Restaurantpreise am Strand im Verhätlnis zur mittelmäßigen Qualität für bspw. Kaffee und Kuchen oder Abendessen.

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Wanderweg zwischen Port d’Andratx und San Elm.

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Der Blick über San Elm zur Insel Sa Dragonera
Etappe 2: Von Sant Elm nach Estellencs (26 km | 1.290 hm)
Für diese lange Wanderung mit mehr als 1000 Höhenmetern und 26 km Strecke mussten wir früh aus den Federn. Wir schlingen ein Sandwich vom Vortag runter und starten noch vor Sonnenaufgang mit der Tour.
Der steile Aufstieg zur Trapa
Ein steiler, steiniger Pfad windet sich in Serpentinen den Berg hinauf. Der Schweiß rinnt, aber mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht auf die Bucht von Sant Elm und die Dracheninsel Sa Dragonera atemberaubender. Dieser anstrengende Beginn führt uns zu den Ruinen des ehemaligen Trappistenklosters La Trapa. Hier nehmen wir uns Zeit, um durch die Überreste des Klosters zu wandern, die alten Terrassenfelder zu bewundern und die unglaubliche Stille dieses Ortes auf uns wirken zu lassen.
Auf dem Höhenweg entlang der Küste
Der folgende Wegabschnitt war so atemberaubend schön, dass er viel eher durch Bilder beschrieben werden sollte. Der schmale Pfad schlängelt sich hoch über dem Meer entlang der Steilküste. Aufgrund des starken Aufwindes verstehen wir kein gesprochenes Wort mehr, weshalb wir einfach weitergehen und die Momente genießen. Wir sehen von Weitem schon den Esclop-Berg. Die Tour führt uns dann ins wärmere, windstille Landesinnere zu einer Straße. Der folgende Abschnitt entlang der Straße am Coll de sa Gramola ist eher ein Tiefpunkt des GR221. Für wenige hundert Meter müssen wir diese stark durch Motorradfahrer, Radfahrer und Autos frequentierte Straße entlanglaufen.
Refugio ses Fontanelles und schlecht beschilderter Aufstieg
Für viele eine Unterkunft, für uns nur eine kleine Trinkpause. Am Refugio ses Fontanelles findet man eine schöne Übernachtungsmöglichkeit. Nach einer kurzen Katzenstreicheleinheit geht es für uns aber zum zweiten Bergaufstieg. Dieser sollte fast unser frühzeitiges Ende einläuten: Auf den Serpentinen folgen wir aus Versehen einem Ziegenpfad und stehen plötzlich an einer Felswand. Motiviert starten wir sogar noch eine kleine Kletterei, bis wir misstrauisch werden. Glücklicherweise sehen wir hinter uns weitere Wanderer den richtigen Weg gehen, was uns zum Umdrehen bewegt. Auf einem langen, heißen Wandertag kostet uns diese Eskapade zusätzliche 30 Minuten.
Spektakulärer Mola de s’Esclop
Nach einigen Kratzern, Leitern über Landzäunen und Tierskeletten am Aufstieg erreichen wir den kahlen, aber eindrucksvollen Berggipfel des Mola de s’Esclop. Die Mola de s’Esclop ist ein 928 Meter hoher Tafelberg im Südwesten und liegt inmitten der Serra de Tramuntana. Der Gipfel bietet ein beeindruckendes Panorama über die Südwestküste der Insel, bei klarer Sicht sogar bis nach Ibiza. Auf dem Gipfel stehen zudem die Ruinen einer Hütte, die der französische Astronom François Arago im 19. Jahrhundert für geodätische Messungen errichten ließ.
Steiniger Abstieg mit Meerblick
Wir machen keine lange Rast am windigen Gipfel, sondern begeben uns in unserem gewohnt zügigen Abstiegstempo weiter in Richtung Norden. Hier ragt der Castellet vor uns auf. Dieser wird vom GR221 östlich umwandert, wobei man einen traumhaften Ausblick über die Tramuntana und die Ebene bei Es Castella erhält. Nun steigen wir steiler bergab. Unterwegs passieren wir die Berghütte Refugio de Coma d’en Vital. Jedoch wollen wir endlich unser Etappenziel Estellencs erreichen, weshalb es auch hier keine Rast für uns gibt. Sobald wir das Waldgebiet erreichen ist es nicht mehr weit.

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Der Blick von der Trapa zurück zur Dracheninsel

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Der Esclop ist geschafft. Jetzt geht es in Richtung Estellencs
Übernachtung 2: Zimmer in Estellencs
Estellencs
Estellencs ist ein malerisches Dorf an der Westküste Mallorcas, eingebettet in die Serra de Tramuntana, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Ort mit seinen nur wenigen hundert Einwohnern ist bekannt für seine Ruhe und Authentizität, abseits des Massentourismus. Charakteristisch für Estellencs sind die steilen, gepflasterten Gassen, Steinhäuser und die beeindruckende Landschaft mit Panoramablick auf das Meer. Zu den Hauptattraktionen zählen die kleine Bucht Cala d’Estellencs, die Kirche San Juan Bautista aus dem 17. Jahrhundert sowie zahlreiche Wander- und Radwege, wie der Aufstieg zum Puig de Galatzó.
Unsere Unterkunft
Wir übernachten in einer wunderschönen Unterkunft am Rande der Stadt. Der Garten der Unterkunft lädt dazu ein, die angestrengten Füße bei einem kalten Getränk hochzulegen und die Sonne beim Untergehen zu beobachten. Zum Abendessen gehen wir aber noch in die Stadt, auch wenn mich meine Füße keinen Meter mehr tragen wollen.
Unser Zimmer hat einen riesigen Schlafraum. Auf dem Foto sieht man die liebliche, detaillierte Einrichtung. Am Morgen erhalten wir ein super Frühstück mit Müsli, Brot und Kaffee. Zufällig treffe ich einen Wanderguide, dessen Video ich zur Vorbereitung auf den GR221 auf YouTube bei ASR Reisen angeschaut habe. Er war sichtlich erfreut, als ich ihn darauf ansprach.

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Das haben wir uns verdient

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Das Zimmer in Estellencs
Etappe 3: Von Estellencs nach Esporles (15 km | 570 hm)
Der alte Postweg
Mit müden Füßen steigen wir wieder in die Wanderschuhe. Etappe 3 beginnt in Estellencs und führt uns zum eisernen Pferd von Estellencs, einem Kunstwerk am Ortsausgang. Nachdem wir den Ort hinter uns lassen, biegen wir in den traumhaften alten Postweg in Richtung Banyalbufar ab. Nach rund einem Kilometer drehe ich mich nochmals um und genieße den Blick auf das Dorf, das von grünen Büschen und Nadelbäumen umgeben an den Hängen einer Gebirgskette liegt. Der Weg bietet so unglaublich viel. Während wir immer wieder den Blick über das Meer schweifen lassen können, wandern wir an pflanzenreichen Mauerwegen entlang und betrachten spannende Villen, Höfe und terrassierte Hänge.
Kurz vor Banyalbufar übersteigen wir noch einen umgekippten Baum, der in eine Hausruine ragt.
Cappuccino in Banyalbufar
Da wir heute genug Zeit haben, machen wir einen Abstecher in das Küstendorf. Auf dem Weg in die Ortsmitte kommen wir an unzähligen Terrassen vorbei, die sich bis zum Meer ziehen und früher für den Weinbau genutzt wurden. In Banyalbufar machen wir eine Cappuccino-Pause und genießen dabei den Blick auf den meerblauen Horizont.
Aufstieg am Camí del Correu
Der Abschnitt des Trockenmauerwegs zwischen Estellencs und Esporles, oder auch „Camì del Correu“, also Postweg, führt uns nun bergauf, entlang an Olivenbäumen hinein in bewaldeteres Gebiet. Die perfekte Tour für heiße Tage, da sie sehr viel Schatten bietet. Der Untergrund ist teilweise gepflastert und sehr einfach zu begehen. Während wir Abschnitte durch Olivenhain-Alleen durchschreiten, fühle ich mich im Hier und Jetzt genau richtig.
Übernachtung in Esporles
Wir erreichen die ruhige Altstadt von Esporles. Sie hat wenig eigene Sehenswürdigkeiten, da die Stadt selbst eine Sehenswürdigkeit ist. Ich empfehle jedem, durch die engen Gassen zu spazieren, den Fluss zu überqueren und die Statuen und Brunnen zu entdecken. Wir schlafen in einem Hostel an der Hauptstraße. Hier gibt es auch Supermärkte und Einkehrmöglichkeiten.
Das 6er-Zimmer teilen wir uns mit anderen deutschen GR221-Wanderern. Unser abendliches Highlight vor dem Schlafengehen war der Zimmergenosse, der sich um 22 Uhr noch einen Eiweißshake genehmigte. Heute wurden dann zum ersten Mal die Oropax getestet.
Gefrühstückt haben wir ebenfalls nicht im Hostel, sondern uns am Abend zuvor noch ein Sandwich gekauft und es auf den Steinterrassen von Esporles verputzt.

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Der Blick zurück nach Estellencs: wunderschön

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Die Hürden auf dem Camì del Correu

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Trockenmauerweg aus dem Bilderbuch
Etappe 4: Von Esporles nach Deia (22 km | 1.200 hm)
Nächtliches Gewitter, sonniger Morgen
Trotz der Oropax habe ich den starken Sturzregen in der Nacht bemerkt. Im Halbschlaf hoffe ich nur, dass wir einigermaßen trocken in Tag 4 starten können.
Die Sonne scheint um 7 Uhr, als hätte es nie ein Unwetter gegeben. Marc und ich packen schnell zusammen, beißen einmal in das am Vortag gekaufte Sandwich und huschen aus dem Zimmer in die Gassen von Esporles. Bezahlt wurde das Hostel bereits am Vorabend.
Die Wasservorräte wurden ebenfalls bereits aufgefüllt. Diese müssen mindestens über einen Berg bis nach Valldemossa ausreichen, denn unterwegs gibt es keine Auffüllmöglichkeiten. Wir verlassen das Dorf gen Norden auf einer Straße vorbei an Olivenbäumen, wobei wir diesmal zwei weitere Wanderer mit ähnlichem Tempo auf unserer Höhe haben:
Nicola, ein in Dänemark studierender Italiener, der die Tour ganz spontan gebucht hat, und eine Controllerin eines Chemiekonzerns aus Ludwigshafen, die jeden Urlaubstag für Mehrtageswanderungen nutzt.
Schweißtreibender Aufstieg
Wir befinden uns am Hang des Moleta de son Cabaspre, den wir jedoch umgehen. Dieser Abschnitt bis Valldemossa beschert uns sagenhafte Ausblicke über die bewaldeten Hänge bis zum weiten, blauen Meer im Hintergrund. Auf Wurzelpfaden geht es durch die Tramuntana, während wir den Blick immer wieder schweifen lassen können.
Am Gipfel des Mola de sa Comuna auf 714 m über Normalnull machen wir noch einmal eine Vesperpause, bis es dann wieder bergab zur nächsten Zwischenstation geht. Während wir uns noch wunderbar mit unseren neuen Wanderfreunden unterhalten, erscheint die traumhaft schöne Stadt Valldemossa vor uns. Historischer Höhepunkt beim Abstieg sind die Überreste alter Köhlerstätten.
Malerisches Bergdorf Valldemossa
mgeben von grünen Hügeln und Olivenhainen liegt Valldemossa auf circa 400 Metern Höhe. Die hellen Steinhäuser mit traditionell grünen Fensterläden und blumengeschmückten Balkonen verleihen dem idyllischen Bergdorf einen ganz besonderen Charme. Das Ganze erinnert mich irgendwie an die Stadt „Beauclair“ aus „The Witcher 3“. Kulturell ist das Dorf vor allem dafür bekannt, berühmte Persönlichkeiten aus Musik und Literatur beherbergt zu haben. Da wir aber nur einen Zwischenstopp machten, blieb wenig Zeit, um mehr darüber zu erfahren. Wer viel Zeit mitbringt, sollte eine Übernachtung in Valldemossa auf jeden Fall in Betracht ziehen.
Wir füllen unsere Vorräte im Supermarkt auf und machen eine kurze Pause in der Altstadt bei der Pfarrkirche Sant Bartomeu.
Über den Es Caragoli
Wir sehen plötzlich dunkle Wolken am Himmel aufkommen. Wohlwissend, dass wir noch über einen Berggipfel müssen, wandern wir nun in zügigerem Tempo weiter. Wir hörten von einem Unwetter auf Mallorca wenige Wochen zuvor und werden nun Zeugen seiner Auswirkungen. Der Weg ist voller umgestürzter Bäume, die sich teilweise sogar auftürmen und zu gefährlichen Hindernissen werden. Zeitgleich kommt mit steigenden Höhenmetern ein dichter Nebel auf. Als wir den Gipfel des Es Caragoli erreichen, sehen wir kaum 10 Meter weit. Somit leider kein Ausblick für uns heute.
Es gab zwar kein Gewitter, allerdings wurde die Situation kurzzeitig gefährlich, denn wir sehen nicht, wohin der Weg uns in den nächsten Metern führt. Einem steilen Ziegenpfad sind wir ja schon einmal unfreiwillig gefolgt. Wer hier den falschen Abstieg wählt, landet schnell an unberechenbaren Hängen oder verliert wertvolle Zeit und Energie.
Der glückliche Finne
Beim Abstieg treffen wir noch einen Finnen. Er kommt uns aus dem Nebel entgegen und fragt nach Hilfe, weil er sich verlaufen hat. Er ist ohne Navigation unterwegs und war im Nebel schlichtweg gefangen. Gemeinsam wandern wir weiter bergab, während wir bei jeder Serpentine erneut auf die Karte schauen. Der Finne war uns wirklich dankbar, als wir einen sicheren Weg erreichten.
Deià
Während wir durch den dichten Wald bergab wandern, lichtet sich das Wolkendach allmählich. Die Zitronenbäume tragen bereits ihre gelben Früchte und stehen in der Stadt Deià wie die Sommerlinde in einer schwäbischen Gemeinde.
Das malerische Dorf beeindruckt mich auf den ersten Blick. Mit dem Mittelmeer im Hintergrund spazieren wir an Obstbäumen und Olivenhainen entlang.
Dieser lange Wandertag hatte wirklich alles zu bieten: Wunderschöne Ausblicke, malerische Dörfer, anstrengende Aufstiege und für uns auch noch jedes Wetter.

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Der Blick über die Tramuntana

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Malerisches Bergdorf Valldemossa

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Umgestürtzte Bäume erschweren uns den Aufstieg

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Am Gipfel des Es Caragoli sehen wir kaum noch etwas
Übernachtung 4: in Deià
Unser Zimmer an der carrer d’en Ramon Llull
Im Zentrum von Deià befindet sich ein Hügel. Mit meinen schweren Beinen hatte ich einerseits gehofft, diesen Weg nicht mehr aufsteigen zu müssen, andererseits war ich umso glücklicher, eine Übernachtung mit dieser einzigartigen Aussicht zu haben.
Unser Zimmer im Erdgeschoss mit eigener Dusche bietet uns einen kleinen Garten mit rosablühenden Bäumen und genug Fläche, um die Kleidung zu trocknen. Wir waschen unsere Sachen deshalb mit der mitgebrachten Trockenseife.
Zuerst eine erfrischende Cola und anschließend ein kühles Bier. Damit schließen wir den aufregenden Tag ab.

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Wir genießen den Nachmittag (wieder) in der Sonne und trocknen die frisch gewaschenen Kleider

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Unser Zimmer in Deià
Etappe 5: Von Deià nach Port de Soller (12,6 km | 310 hm)
Der Weg an der Küste
Nachdem wir uns von unserer Gastwirtin verabschiedet haben, wandern wir durch Deià in Richtung Küste. Wer hier die Augen offenhält, sieht noch das eine oder andere Gemälde an den Hauswänden oder Trafostationen.
Ich freue mich nun sehr auf diesen Teil der Wanderung, weil wir endlich nahe an der Küstenlinie entlanggehen. Auf dem Camí de Castelló wandern wir nun leicht aufwärts (etwa 300 Höhenmeter). Hier lichtet sich die Umgebung.
Uralte Olivenbäume
Wir wandern auf einem Weg entlang angelegter Trockenmauern. Imposante, vermutlich uralte Olivenbäume stehen auf den Wiesen, meist im Abstand von fünf Metern. Das hellgrüne Savannengras weht dabei im Küstenwind. Während wir viele Steingebäude (für uns eher Villen) passieren, frage ich mich, wie es wäre, hier zu leben. Ein Beispiel ist die „Finca Muleta Gran“, ein altes Weingut mit einem kleinen Wehrturm in beeindruckender Lage, aber dennoch umgeben von trockenem Land.
Je näher wir Sóller kommen, desto mehr mischen sich nun Zitrusbäume unter die Olivenhaine. Am Wegesrand verkauft ein spanischer Junge frisch gepressten Orangensaft.
Refugium Muleta
Wir kommen durch einen dicht bewaldeten Nadelwald. Hier wird gerade eine mallorquinische Schulklasse auf einer Exkursion durch das Gestrüpp geführt. Die Langeweile der 13- bis 16-Jährigen macht sich bemerkbar, weil sie sich mehr für uns vollbepackte Wanderer interessieren als für den Vortrag des Biologielehrers. Wir huschen schnell vorbei und erreichen die Fläche des Refugiums Muleta.
Die Wanderhütte des Consell de Mallorca ist die offizielle Herberge der GR221-Etappe 5 (allerdings werden wir weiter bis Port de Sóller gehen). Hier befindet sich ein ehemaliger Telegrafen-Wachturm nahe des Leuchtturms von Port de Sóller. Sie ist günstig, bietet 30 Betten und Essen. Eine Reservierung ist auf jeden Fall erforderlich.
Sangria, Strand und Baden
Nach einer kalten Cola begeben wir uns auf den Abstieg nach Port de Sóller. Diesen Weg werde ich nie wieder vergessen. Wir wandern bergab und blicken auf die einzigartige, hufeisenförmige Bucht mit dem grünen Tramuntanagebirge im Hintergrund. Da unser Hotel direkt an der Strandpromenade liegt, wandern wir den wunderschönen Weg bis in die Bucht. Mit komplettem Wanderoutfit fühle ich mich glücklich und deplatziert inmitten der Menschen in Flip-Flops und mit Badenudeln.
Wir checken am frühen Nachmittag im Hotel ein, schlüpfen ins Badeoutfit und legen uns erst einmal mit einem kühlen Sangria an den Strand. Etappe geschafft – die Belohnung kann kommen!
Die Strandpromenade von Port de Sóller bietet reihenweise Restaurants, Bars, Eisdielen und Shops. Wir lassen es uns einfach nur noch gut gehen und genießen den Nachmittag.
Diese Etappe unterstreicht diesen wunderschönen GR221 mit seiner abwechslungsreichen Umgebung und Natur. Wer kein Zimmer im Refugium bekommt oder einfach keine Lust auf ein Mehrbettzimmer hat, kann einfach die wenigen Meter in die Stadt wandern.

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Der Weg zwischen Deià und Soller ist flach und angenehm gepflastert

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Port de Soller ist der einzige natürliche Hafen an der Nordküste Mallorcas.
Etappe 6: Von Port de Soller zum Refugio Tossals Verds (22,6 km | 1.130 hm)
Adios Soller
Sóller ist bekannt für seine historische, 1913 eröffnete, elektrische Tram. Diese wurde ursprünglich zum Warentransport eröffnet. Unser Weg führt uns nun zunächst entlang der Strandpromenade und dann über ein kurzes Waldstück in Richtung Sóller. Wir kommen natürlich nicht auf die Idee, die Tram zu nutzen.
Vorbei an Pferdeställen erreichen wir die Ausläufer von Sóller. Wir entscheiden uns, auf dem GR221 zu bleiben und nicht mehr in die Innenstadt zu gehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das nicht bereuen werde.
Die Wanderstrecke beträgt ungefähr sechs flache Kilometer von Port de Sóller nach Sóller.
Binibassí und Biniaraix
Der GR221 führt uns nun nördlich von Sóller durch die beiden kleinen, malerischen Dörfer Binibassí und Biniaraix. Der steinerne Weg wird hier von meist alten, restaurierten Fincas begleitet. Die ruhige Gegend ist geprägt von der Orangen- und Zitronenlandwirtschaft. Wir wandern durch eine grüne, saftig blühende Landschaft, wobei noch leichter Nebel über der Stadt liegt, der langsam von der strahlenden Sonne verdrängt wird.
Bergetappe durch den Barranc de Biniaraix
Der anstrengendste Anstieg des GR221 verläuft auf dem Weg durch die Schlucht von Biniaraix zum Cúber-See. Der historische Pilgerweg ist wirklich kunstvoll gepflastert. Er besteht seit dem Mittelalter und zeigt uns noch einmal die Bedeutung der Trockenmauertechnik in dieser Region Mallorcas. Denn hier wurden über 1.900 Stufen ohne Mörtel in die Berglandschaft integriert.
Wir folgen zuerst dem Bachlauf und arbeiten uns dann über Serpentinen steil aufwärts, stets auf dem gepflasterten Weg. Obwohl wir erst Ostern haben, ist es heute heiß und die Wasservorräte werden bis ans Limit ausgereizt.
Cuber See
Oben angekommen, lohnt es sich, noch einmal den Blick zurück ins Sóller-Tal zu genießen und dann vorwärts in Richtung des künstlich angelegten Cúber-Sees zu spazieren. Der See gilt als Trinkwasserreservoir für Palma, bietet aber auch den Tieren und Pflanzen in der Umgebung wichtiges Wasser inmitten des trockenen Gebirges.
Wir sehen von hier zudem den höchsten Berg Mallorcas, den Puig Major. Da er zum Grundeigentum des Militärs zählt, ist er leider nicht begehbar.
Über oder unter den Berg? Drüber!
Nach der Umrundung des Cúber-Sees und einer kurzen Pause entscheiden wir uns für den oberirdischen Pfad über den Bergkamm des Morro de Cúber. Der Anstieg ist sehr steil, aber nicht gefährlich. In der heißen Mittagssonne müssen wir jetzt aber wirklich mit unserem Wasser haushalten, da es bis zum Refugium keine Auffüllmöglichkeiten gibt.
Der Weg von hier bis zur Unterkunft besticht durch seinen rauen Charakter, die Sicherung mit Stahlseilen und seine wundervollen Aussichtsmöglichkeiten und Weitblicke.
Wer diesen Weg wählt, sollte auf jeden Fall trittsicher sein und feste Wanderschuhe tragen.

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Der morgentliche Nebel liegt noch über Soller

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Eine kurze Pause am Cuber See

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Der traumhafte Ausblick, nachdem wir den Morro de Cuber überstiegen haben.
Übernachtung 6: Refugi de Tossals Verds
Spanische Berghütte
Das steinerne Haus war bereits seit einigen Kilometern in unserem Blickfeld. Die Sonne brennt heute wirklich besonders stark und das Wasser wird zum Ende der Tour sehr knapp. Umso glücklicher bin ich über den Schattenplatz auf der Terrasse des Refugios und den Kühlschrank mit Kaltgetränken im Haus.
Wir erhalten Betten in einem 10-Bett-Zimmer. Nach sechs Tagen erkennen wir bereits einige andere Wanderer wieder. In unserem Zimmer schläft auch wieder der „Eiweiß-Shaker“ aus Übernachtung 3. Auch dieses Mal gibt es wieder ein Pulvergetränk vor dem Schlafengehen. Zum Glück gibt es Duschen auf der Hütte, weshalb es weniger schlimm riecht als erwartet.
Das Essen auf der Hütte war leider sehr mager. Nach dem Abendessen und der langen Tagesetappe waren viele Wanderer trotzdem noch hungrig, obwohl wir bereits das gesamte Essen aufgegessen hatten. Es gab nur Gemüse mit Brot.
Eine kleine Diät tut mir jedoch gut und zudem weiß ich, dass es bei der nächsten Unterkunft im Kloster ein Restaurant gibt. Wir erhalten am Morgen noch ein kleines Lunchpaket mit Brot, einem Riegel, einem Apfel und einer kleinen Flasche Wasser.

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Eine Berghütte wie ich sie nicht aus den Alpen kenne: aus Stein um uns im Haus kühl zu halten.
Etappe 7: Vom Refugio Tossals Verds zum Kloster Lluc (13,9 km | 760 hm)
Aufstieg auf 1.250 m und Blick nach Menorca
Wir starten frühmorgens, um der Mittagshitze zu entgehen und den meisten Mitwanderern etwas voraus zu sein. Etappe 7 beginnt mit einem leichten Anstieg gen Norden, während wir ständig einzigartige Felsformationen und Bergabhänge bestaunen können. Zunächst wandern wir noch durch Steineichenwälder und viel Gebüsch, doch die Vegetation wird lichter, je näher wir dem Puig de Massanella kommen. Hier führt uns der GR221 nun zu einem weiteren wunderbaren Meilenstein und Aussichtspunkt in der Tramuntana: Wir erblicken zum ersten Mal die Nordküste und bei klarer Sicht sogar Menorca.
Schneeflecken und Steineichen
Wir steigen nun also an der Nordseite des Gebirges ab. Diese scheint windiger und kühler zu sein. Wir passieren sogar noch kleinere Schneefelder, die sich aber eindeutig in der Schmelze befinden. Auf dem Weg nach Lluc kommen wir zur Mittagszeit wieder in dicht bewaldetes Gebiet. Es ist ein angenehmer Abstieg über Wurzeln und Steine, mit dem Geruch von Lagerfeuer in der Nase.
Huch, es ist ja Karfreitag!
Wir erreichen das Kloster Lluc und somit unser Etappenziel von Tag 7. Es ist noch genug Zeit für zwei Mahlzeiten und eine ausgiebige Besichtigung des Geländes. Ich bin von den Menschenmassen überrascht und vor allem von den ganzen Familien, die am und um das Kloster herum rasten, feiern und grillen. Erst jetzt fällt uns ein: Es ist ja Karfreitag!
Im Laufe der Wanderung hatten wir doch nicht mehr auf die Wochentage geachtet. Und ich hatte mich so sehr auf ein saftiges Stück Fleisch gefreut, nachdem wir am Vortag recht wenig zwischen die Kiemen bekommen hatten.
Kloster oder Refugio?
GR221-Wanderer dürfen sich hier aussuchen, ob sie im Kloster oder in einem nahegelegenen Refugio übernachten wollen. Wir hatten uns für eine frühe Buchung im Kloster entschieden, weil wir ein Einzelzimmer mit eigener Dusche bevorzugten. Das war meine erste Nacht in einem Kloster und vermutlich für lange Zeit auch die letzte.

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Wir erblicken zum ersten Mal die Nordküste Mallorcas

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Übernachtung 7: Kloster Lluc
Spartanisches Zimmer
Unser „Doppelzimmer“ mit Kruzifix wurde früher natürlich ebenfalls von Mönchen bewohnt. Dementsprechend ist es klein, hat jedoch ein eigenes Bad mit Dusche. Strom, Wasser und ein gutes Bett – was will man als Wanderer mehr?
Im 13. Jahrhundert gegründeten Kloster gibt es inzwischen ein Café mit Restaurant sowie einen Souvenirshop. Wir futtern eine Fertigpizza und besichtigen dann die Basilika, das Museum und den botanischen Garten.
Außerhalb des Klosters gibt es zudem ein Restaurant, welches auch noch abends offen hat. Nach einer zweiten ausgiebigen Mahlzeit fallen wir früh am Abend müde ins Bett und erholen uns für die letzte Etappe des GR221.

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Wer noch Energie hat sollte sich einen Rundgang im Kloster Lluc nicht entgehen lassen.

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Etappe 8: Vom Kloster Lluc nach Pollença (18,6 km | 260 hm)
Son Amer Refugium
Mit rund 18 km, aber nur noch 250 Höhenmeter, erwartet uns heute eine angenehme Tour zum Abschluss, die ich eher wie ein „Auslaufen“ wahrnehme. An einem wunderschönen Ostersamstag Morgen verlassen wir das Kloster in Richtung Pollenca.
Nach wenigen Metern erreichen wir bereits das Son Amer Refugium. Hier übernachten die Wanderer, die keinen Platz im Kloster ergattern konnten oder günstiger unterkommen wollen. Das Refugium erscheint mir sehr sauber und wunderschön im Tale gelegen.
Cami Vell de Lluc a Pollenca
Wir folgen dem alten Pilgerweg, dem „Camí Vell de Lluc a Pollença“, und können uns gut vorstellen, wie hier schon vor Jahrhunderten Menschen entlanggewandert sind. Der Weg ist gut markiert und schattig, was die Wanderung auch an wärmeren Tagen sehr angenehm macht.
Unterwegs passieren wir das Landgut Binifaldó und genießen immer wieder die Aussicht auf die imposanten Gipfel, die wir nun hinter uns lassen. Nach und nach lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei auf das grüne und fruchtbare Tal Vall d’en Marc. Der letzte Abschnitt führt uns entlang eines Baches, vorbei an Fincas und Obstgärten, direkt ins Herz von Pollença.
Terminus GR221: Pollenca
Die Ankunft an der alten römischen Brücke, dem Pont Romà, ist ein schöner Moment. Man hat es geschafft, die Tramuntana ist durchquert. Pollença empfängt uns mit seinem charmanten, historischen Flair – der perfekte Ort, um das Abenteuer GR221 bei einem kühlen Getränk auf einem der belebten Plätze ausklingen zu lassen. Es ist ein friedlicher und zufriedenstellender Abschluss einer unvergesslichen Wanderung.

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Zur Osterzeit ist das Land hier grün und fruchtbar
Ausrüstung
Ich wandere den Weg ohne Gepäcktransport. Zudem mit Übernachtungen in Hütten, Pensionen oder Hotels, also ohne Zelt.
Wichtige Items waren
– Wanderschuhe
– kurze Wanderhose
– T-Shirts und ein warmes Oberteil
– Unterwäsche
– Badehose (hat sich 2x gelohnt)
– Capi, Sonnenbrille, Sonnencreme
– Flipflops oder Schlappen
– Reiseüberzug für den Rucksack
– Trockenwaschmittel als Papierstreifen
– ein dünnes Reisehandtuch
– Powerbank, Handy, Smartwatch, Ladekabel
– Medikit
Verpflegung
Da wir keine Zeltübernachtung hatten, reichten uns Tagesrationen. In jedem Dorf gibt es einen Supermarkt. Wasser hatten wir jeder 2 Liter dabei, dies war nur auf den längeren Etappen knapp. Ansonsten hatten wir noch Snacks und frisches Obst dabei.
5 Fragen
Warum habe ich diese Tour gewählt?
Wir suchten nach einer Wanderung mit folgenden Kriterien:
– Mehrtagestour 5-7 Tage
– Über Ostern ohne Schnee wanderbar
– Kein Zelt nötig
Welcher Moment blieb mir in Erinnerung?
Soo viele! Die Wanderung brachte jeden Tag neue Eindrücke und Erinnerungen. Am schönsten fand ich die Abwechslung zwischen Gebirge und Strand. Deshalb empfehle ich eine Badehose mitzunehmen.
Was hat mir nicht gefallen?
Man sollte von den spanischen Berghütten natürlich keine DAV/ÖAV Standards erwarten. Ich benötige hier auch keinen Luxus, aber satt muss ich werden. In Tossals Verds sind wir das leider alle nicht geworden.
Mit wem war ich unterwegs?
Mit meinem Kumpel Marc. Wir kennen uns seit der 1. Klasse und gehen viele Touren gemeinsam.
Würde ich diese Wanderung nochmal gehen?
Ja, wenn ich es nicht hundert andere schöne Touren gäbe.
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