Fernwanderweg S21

Fernwanderweg S21

gewandert 2010 – 2030


  1. Wegcharakter
  2. Anreise
  3. Tourenbeschreibung
  4. Ausrüstung & Verpflegung
  5. Fragen
  6. Weitere Touren im Schwabenland

Route der S21 Fernwanderung auf der Karte

alex-wandert-halt.de

Schwierigkeitsgrad2/5
Kulturgrad3/5
Naturgrad1/5
Beste Wanderzeit Früh morgens, um den Sonnenaufgang über den Kränen zu erleben, oder am späten Nachmittag, wenn die Baustelle in das goldene Licht der untergehenden Sonne getaucht wird.
Startpunktz.B. Bankenviertel Bahnhof

Anreise
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Anreise. Viele reisen über den Fernbahnhof an, wobei beachtet werden muss, dass hier nicht nur Fernzüge, sondern gelegentlich auch – gerne als Überraschung – eine S-Bahn verkehren.
Stichpunkt S-Bahn: Wer plant, mit dem Nahverkehr anzureisen und die Tour über das S21-Massiv zu gehen, sollte frühzeitig anreisen, da viele Wanderer die Länge der Strecke unterschätzen.
Eine Anreise mit dem Auto ist nicht zu empfehlen, aber oftmals einfacher als mit der Bahn. Die Stadtbusse sind jedoch recht zuverlässig.

Start am Bankenmassiv

Die Rundtour beginnt und endet in der Bankenhöhle, einem tiefen Betonschlund am nördlichsten Punkt des S21-Massivs. Bereits nach den ersten Metern auf dem Trail thront das ehrwürdige Gebäude der ehemaligen Bahndirektion majestätisch auf der Nordflanke. Gegenüberliegend blickt man direkt in den Schlund des Zukunftsprojekts – eine senkrechte Abbruchkante, deren Abstieg selbst für die erfahrensten Alpinisten unmöglich ist.

Der Pfad zwingt uns daher weiter in Richtung Westen. Während am Horizont ein bekanntes Hotel mit exklusiver Aussicht auf die Gebirgsbaustelle erscheint, biegen wir scharf links ab zum berüchtigten Arnulf-Klett-Pass.

Die gefürchtete Arnulf-Klett-Querung


Der Arnulf-Klett-Pass birgt vielerlei alpine Gefahren. Ob es am Bekanntheitsgrad der Route liegt oder daran, dass sich hier mehrere hochfrequente Wanderwege kreuzen – es herrschen Zustände wie am Mount Everest in der Hauptsaison. Menschenmassen schieben sich voran, und das ganz ohne Gondelbahn oder Sherpas – obwohl ich mir bei Letzterem nicht ganz sicher bin, wenn ich die bepackten Gestalten sehe.

Hochkonzentriert folge ich dem schmalen, durch Gitter gesicherten Pfad – einem urbanen Klettersteig gleich – bis mich der Weg scharf links führt. Von nun an heisst es wieder: Aufstieg. Der Weg wird schmaler und steiler, was diesen Abschnitt zu meinem sportlichen Highlight der Tour macht. Die dünne, von Abgasen geschwängerte Höhenluft fordert ihren Tribut.

Aufstieg mit gelegentlichem Weitblick

Ich bin im Rhythmus und beschliesse, den gesamten nächsten Abschnitt am Stück ohne Pause durchzuziehen. Einmal im Flow, wollte ich mich nicht einmal von den zahlreichen Infotafeln und den seltenen, kostbaren Ausblicken durch die Gitterzäune ablenken lassen.

Man könnte diesen Aufstieg auch als Themenweg der Vergänglichkeit bezeichnen. Die Schautafeln geben Aufschluss über die Umgebung und ihre stetige Transformation. Sie zeugen von vergangenen Ruinen und einer Zukunft, die gefühlt noch in ebenso weiter Ferne liegt.

Gipfel-Ernüchterung: Oben angekommen, aber keine Hütte

Oben angekommen dann die Überraschung: Das Gipfelplateau ist überfüllt mit sich unablässig bewegenden Menschenmassen. Meine Vermutung bestätigt sich: Es gab wohl doch eine Gondelbahn direkt zum Gipfel (manche nennen sie auch „S-Bahn“).

Langsam meldet sich der Hunger und ich schaue mich sehnsüchtig nach einer urigen Hütte für die verdiente Gipfel-Jause um. Doch die Enttäuschung ist gross. Statt deftiger Hausmannskost gibt es nur kleine, überteuerte Verkaufsstände, die Proviant für die nächste Etappe anbieten. Nichts für einen wahren Kaffeegeniesser, der nach den Strapazen einen heissen, frisch gebrühten Muntermacher benötigt.

Deshalb beende ich die Rundwanderung, steige auf der Nordseite wieder ab und kehre erschöpft, aber um eine Erfahrung reicher, zurück an den Rand der Zivilisation.

Beton und Kräne im Stuttgarter Panorama-Stadtbild

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Der Panoramablick begleitet uns während der gesamten Tour

Aufstieg zu den Fernzuggleisen

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Beim Aufstieg müssen sich die Wanderer ebenfalls rechtshalten