Wegcharakter
Der Gustav-Ströhmfeld-Weg zählt zu den schönsten Wanderrouten der Schwäbischen Alb und begeistert als anspruchsvolle, rund 22 Kilometer lange Tagestour durch einen abwechslungsreichen Mix aus knackigen Aufstiegen, schattigen Buchenwäldern und weiten Feldern. Auf schmalen, naturnahen Pfaden folgst du dem spektakulären Albtrauf und wanderst über Jahrmillionen alte, erloschene Vulkanschlote wie den Jusi, die atemberaubende Panorama-Aussichten über das Albvorland bieten. Das unbestrittene Highlight wartet zum Abschluss: Auf der Burgruine Hohenneuffen kannst du die geschichtsträchtige Kulisse bei einem kühlen Getränk und leckerem Essen in vollen Zügen genießen.
Tourendaten im Überblick
Streckenlänge:
20,6 km
Höhenmeter bergauf:
870 m
Höhenmeter bergab:
800 m

Der Gustav-Ströhmfeld-Weg auf der Schwäbischen Alb
gewandert am 14.06.2026
Key Facts
| Schwierigkeitsgrad | 3/5 |
| Kulturgrad | 3/5 |
| Naturgrad | 3/5 |
| Beste Jahreszeit | Ganzjährig, im Winter aber eher mit viel Schnee zu rechnen. |
| Startpunkt | Bahnhof Metzingen oder wie bei uns Wanderparkplatz Weinerlebnisweg Neuffener Str. Metzingen |
Anreise
Der Gustav-Ströhmfeld-Weg führt von Metzingen nach Neuffen. Beide Dörfer sind an den ÖPNV angebunden. Ein Transfer zwischen den Dörfern ist am besten via Bus möglich.
Wir sind eine kleine Gruppe mit zwei Autos, weshalb wir uns am Endpunkt der Tour, am Parkplatz nahe des Höhenfreibads Neuffen, treffen und mit einem Auto zum Startpunkt, dem Wanderparkplatz Weinerlebnis in der Neuffener Str. bei Metzingen, fahren.
Tourenbeschreibung
Schwungvoller Aufstieg
An einem wettertechnisch perfekten Wandertag starten wir unsere Tour auf dem Gustav-Ströhmfeld-Weg am Wanderparkplatz an der Neuffener Straße. Hierdurch ist unsere Route ein wenig kürzer als die Originalstrecke.
Wir sind zu dritt und sportlich unterwegs, als direkt der erste Aufstieg in die Weinberge beginnt. Bereits nach wenigen Metern merke ich, dass David und Marvin heute ein strammes Tempo vorlegen. Die kurzfristig ausgefallene Juli hätte unser Tempo sicher etwas ausgeglichen– und uns damit mehr Zeit geschenkt, die atemberaubende Aussicht zu genießen (welche wir natürlich dennoch genossen haben). Trotzdem freue ich mich riesig auf diese sportliche Variante des Weges!
Vom Weinsberg auf den Floriansberg
Als wir am Gipfel des Floriansbergs ankommen, haben wir in kürzester Zeit bereits 140 Höhenmeter absolviert. Oben angekommen, werden wir erst einmal von einer Rentnergruppe gelobt: Wandern sei schließlich ein für unsere Generation erstaunlich seltenes Hobby. Von den beiden Hausbergen Metzingens hat man nämlich eine wunderbare Aussicht über die Stadt, das Ermstal und das dahinterliegende Land.
Zudem ist der Floriansberg der erste erloschene Vulkanschlot, den wir auf unserer Route passieren.
Ziegenreich Jusiberg
Einer der absoluten Höhepunkte der Tour ist jetzt der 673 Meter hohe Jusiberg. Da die beiden Jungs weiterhin ein strammes Tempo vorlegen, kommt mir die überraschende Pause bei einer Herde grasender Ziegen wie gerufen. Während wir unter einem alten Baum die Aussicht genießen, lassen sich die Ziegen der hiesigen Albvereins-Ortsgruppe beim Grasen nicht aus der Ruhe bringen.
Kaum zu glauben, dass hier vor vielen Millionen Jahren noch alles gewaltig brodelte! Der Jusi ist nämlich der größte weiße Juravulkanschlot der Schwäbischen Alb. Mir wird dieser markante, unbewaldete Berg vor allem wegen seines grandiosen 360°-Rundumblicks in Erinnerung bleiben.
Aufstand am Kalkstein-Steinbruch
Als Nächstes führt uns der Weg in schattige Buchenwälder. Bereits auf der Autofahrt war uns der markante Steinbruch aufgefallen, über dessen Kante wir nun wandern. Von den Infotafeln erfahren wir eine spannende Geschichte: Dieser Berg würde heute gar nicht mehr existieren, wären da nicht die Dettinger Bürger und ihre Proteste gewesen! Genau hier, beim Wandern über den Grat des Hörnles, haben wir auch die Hälfte unserer heutigen Strecke geschafft.
Deckelesfels und die Aussicht über den Albtrauf
Oft sind es gar nicht die reinen Kilometer, die uns von einer Tour in Erinnerung bleiben, sondern die stillen, aussichtsreichen Momente: ein gutes Gespräch oder einfach viel Zeit, um den Gedanken beim Blick in die Weite freien Lauf zu lassen.
Einen genau solchen Moment erlebe ich am Deckelesfelsen. Sagenhafte Felsformationen und ein spektakulärer Blick über den Albtrauf laden uns dazu ein, für eine Weile zu rasten, die warme Sonne im Gesicht zu genießen und den Alltag hinter uns zu lassen.

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Der Ausblick vom Weinsberg über Metzingen und Umgebung

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Aufstieg auf den kahlen Jusiberg

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Vom Deckelesfelsen über den Albtrauf
Eine Wanderung voller Geschichte
Bevor wir die historische Burgruine Hohenneuffen ansteuern, führt uns der Weg an der Gemeinde Erkenbrechtsweiler vorbei. Spannend zu wissen: Dieser Ort war bereits Jahrhunderte vor Christus als keltische Befestigungsanlage und Oppidum (Keltenstadt) bekannt. Wir wandern hier also auf geschichtsträchtigem Boden!
Abschluss an der Burg Hohenneuffen
Unser Mitwanderer David träumt bereits seit einigen Kilometern von warmem Essen, während wir uns alle nach einem eiskalten Hopfengetränk sehnen. Zum Glück kommt unser absolutes Wanderhighlight – die Burg Hohenneuffen – da genau zur rechten Zeit! Innerhalb der Burgruine steppt der Bär: Während im Restaurant eine Hochzeitsgesellschaft feiert und ein Falkner das Publikum mit seiner Flugshow begeistert, ergattern wir am Kiosk im Burghof ein paar Leckereien.
Auf stolzen 743 Metern Höhe genießen wir mit grandiosem Ausblick unseren wohlverdienten Tourenabschluss.
Mein Fazit: Diese wunderbar abwechslungsreiche und sportliche Wanderung bietet die perfekte Mischung aus Naturerlebnis, Kultur und sportlicher Herausforderung!
5 Fragen
Warum habe ich diese Tour gewählt?
Der Gustav-Ströhmfeld-Weg wurde mir schon vor vielen Jahren von einem weitgereisten Nachbarn aus Echterdingen beworben. Seitdem stand er auf meiner Komoot-Liste der Touren, die noch zu gehen sind. David und Marvin haben sich dann glücklicherweise von mir zu dieser eindrucksvollen Wanderung begeistern lassen.
Welcher Moment blieb mir in Erinnerung?
Die Kulisse am Deckelesfelsen
Was hat mir nicht gefallen?
Nahe der Burgruine Hohenneuffen gibt es einen Parkplatz, weshalb viele Menschen und Touristen dort anreisen. Das würzt den Tourenhöhepunkt wieder mit einem kleinen Beigeschmack.
Hatte ich Angst und wobei?
Keine Angst, aber Respekt vor den über 20km und einem heißen Sonntag. Die beiden Jungs haben zudem ein ordentliches Tempo vorgelegt.
Würde ich diese Wanderung nochmal gehen?
Ja, denn sie verbindet alles was die schwäbische Alb für mich ausmacht. Natur, Geschichte, Aussicht und schwäbische Gemütlichkeit.
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