Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz ist kein Spaziergang, sondern ein echtes Abenteuer! Bereitet euch beim Wandern im Elbsandsteingebirge auf ein ständiges Auf und Ab vor, mit unzähligen Treppen, engen Schluchten und Leitern. Jede der Etappen belohnt euch dafür mit einer postkartenreifen Aussicht, die jede Anstrengung sofort vergessen lässt. Es ist diese Mischung aus sportlicher Herausforderung und einzigartiger Natur, die diesen Wanderweg für viele zu einem der schönsten in ganz Deutschland macht.
Ich bin den Malerweg im Mai 2026 mit zwei Freunden gewandert. Wir hatten perfektes Wetter und eine traumhafte Woche in der sächsischen Schweiz.

Der Malerweg in 6 Tagen zentral aus Bad Schandau
gewandert zwischen 27.04.2026- 03.05.2026
Tourendaten im Überblick
Streckenlänge:
131 km
Höhenmeter bergauf:
4.500 m
Höhenmeter bergab:
4.500 m
- Wegcharakter
- An- und Abreise
- Tourenbeschreibung
- Etappe 1: Von Pirna-Liebethal nach Stadt Wehlen (13 km | 200 hm)
- Etappe 2: Von Wehlen nach Altendorf (29 km | 1.100 hm)
- Etappe 3: Von Altendorf ins Kirnitzschtal (23 km | 830 hm)
- Etappe 4: Vom Kirnitzschtal nach Krippen (21 km | 880 hm)
- Etappe 5: Von Krippen nach Königstein (19 km | 810 hm)
- Etappe 6: Von Königstein nach Pirna (25 km | 710 hm)
- Ausrüstung & Verpflegung
- Fragen
- Weitere Mehrtagestouren

Key Facts
| Schwierigkeitsgrad | 3/5 |
| Kulturgrad | 4/5 |
| Naturgrad | 3/5 |
| Beste Jahreszeit | Ganzjährig |
| Startpunkt | Pirna |
An- und Abreise
Meine Version des Malerwegs wurde so entwickelt, dass man jede Etappe mit dem ÖPNV erreichen und abschließen kann. Dies hat den Vorteil, dass man zentral in einer Unterkunft (wir in Bad Schandau) verbringen kann und somit mit dem Tagesrucksack wandert.
Bad Schandau ist mit Bus, Bahn und Auto sehr gut erreichbar und bietet zudem mehrere Restaurants, Eisdielen und Einkaufsmöglichkeiten. Wer nicht in teuren Hotels unterkommen möchte findet hier auch Ferienwohnungen.
Etappe 1: Von Pirna-Liebethal nach Stadt Wehlen (13 km | 200 hm)
Anfahrt nach Pirna
Frühmorgens starten wir drei Schwaben gen Osten. Wir wollen noch am Anreisetag die erste, kurze Etappe absolvieren. Ohne Probleme kommen wir bis Pirna und parken nahe des Bahnhofs auf einem kostenpflichtigen Parkplatz. Nach einem schnellen Abstecher zum Bäcker stehen wir auch schon im Bus neben heimkehrenden Schulkindern (es ist Montag).
Liebethaler Grund zum Wandern
Am Startpunkt tauchen wir sofort in einen wunderschön gelegenen Pfad entlang des Flüsschens Wesenitz ein. Bereits nach wenigen Metern steht das imposante Richard-Wagner-Denkmal vor uns. Na, das geht ja gut los mit den Künstlern hier! Der Komponist hat wohl an der hiesigen Lochmühle an seiner Oper „Lohengrin“ gearbeitet. Schon hier im Tal bin ich beeindruckt von den grauen Felsen, die bis ins Wasser ragen.
Bei der Daubenmühle war der Malerweg leider gesperrt, weshalb wir auf unserer Tour einen Umweg von circa einem Kilometer durch Lohmen gehen mussten.
Abenteuerlicher Uttewalder Grund
Mich hat noch nie ein Weg außerhalb der Berge so sehr beeindruckt wie der durch den Uttewalder Grund!
Wer jemals Kingdom Come: Deliverance gespielt hat, fühlt sich hier, als würde er bereits zum zweiten Mal durch die Schlucht wandern. Der Weg führt mehrere Kilometer durch eine enge, steile und felsige Schlucht. Ein Wiesel begleitet uns uneingeschüchtert am Felsrand. Am Uttewalder Felsentor, dem Highlight der Tour, sind wir am Nachmittag ganz für uns allein.
Stadt Wehlen
Nach gut 13 Kilometern erreichen wir die Burg von Stadt Wehlen. Von dort nehmen wir die Fähre ans andere Ufer und fahren mit dem Bus zurück nach Pirna, um das Auto zu holen und zu unserer Ferienwohnung in Bad Schandau zu gelangen.
Die Etappe ist der perfekte Einstieg in das Malerweg-Abenteuer. Sie ist einfach zu begehen, aber dennoch für sich genommen schon ein riesiges Highlight. Flüsse und Felsen lassen hier nicht lange auf sich warten.

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Der Weg am Liebethaler Grund führt entlang der Wesenitz

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Der Weg des Uttewalder Grunds führt durch eine enge Schlucht
Etappe 2: Von Wehlen nach Altendorf (29 km | 1.100 hm)
Nach einem ausgiebigen Frühstück in Bad Schandau machen wir uns auf zur langen Etappe 2 (meine Jungs sind absolute Skyr-Fans, weshalb ich wohl die gesamte Woche mit dem eiweißreichen Islandjoghurt „gemästet“ werde).
Der Weg von Bad Schandau mit dem ÖPNV nach Wehlen ist eine kleine Reise für sich: Zuerst nehmen wir die Fähre, um in Bad Schandau auf die andere Seite der Elbe zu gelangen. Von dort fahren wir mit der Bahn nach Wehlen, wo wir erneut mit einer Fähre die Elbe überqueren müssen.
Kurzer Aufenthalt am Touri-Spot: Bastei Lohmen
Den Aufstieg von der Elbe zur Bastei legen wir recht schnell zurück. Der schöne Wurzelweg führt uns über den Schwarzbergweg, vorbei am Aussichtspunkt „Steinerner Tisch“. Macht euch aber keine Illusionen, was das „Highlight“ Bastei angeht: Hier stehen unzählige Busse auf dem Parkplatz, die Touristen aus aller Welt zur Felsformation karren.
Natürlich ist der Ausblick von der 193 Meter hohen Felsformation bombastisch. Wir machen schnell zwei Fotos und quetschen uns dann an den Menschenmassen vorbei in Richtung des Abstiegs nach Rathen. Nur wenige Meter weiter im Wald sind wir schon wieder fast für uns allein.
Durch den idyllischen Amselgrund
Viel besser gefällt mir da der nächste Wegabschnitt – der Amselgrund. Hier wandert man mehrere Kilometer am Grünbach entlang. Durch eine enge Schlucht, gesäumt von eindrucksvollen Sandsteinformationen, arbeiten wir uns stetig bergauf. Dabei bleibe ich meist hinter der Gruppe zurück, da mich diese Umgebung so sehr beeindruckt, dass ich ständig Fotos machen muss.
Vom Hockstein in die Wolfsschlucht
Nachdem wir einen flacheren Abschnitt des Malerweges überquert haben, erreichen wir den Hockstein – meiner Meinung nach das eigentliche Wanderhighlight dieser zweiten Etappe. Während des einfachen Aufstiegs blicke ich tief in eine schmale Schlucht und scherze zu Dave hinüber, es sehe so aus, als gäbe es dort unten einen Weg, durch den er wohl nicht passen würde.
Auf dem Hockstein genießen wir einen wunderbaren Ausblick auf die Wälder und Berge der Sächsischen Schweiz. Mir fallen viele „tote“ Waldabschnitte auf, und während wir in der warmen Sonne schlendern, muss ich immer wieder an die damit einhergehende Waldbrandgefahr denken.
Der Abstieg hat es dann aber noch einmal in sich: Die Wolfsschlucht führt uns über enge, steile Stufen und eine Leiter bergab. Auch der restliche Weg ins Polenztal ist steil, aber glücklicherweise zum Großteil mit Stufen abgesichert.
An der Polenz entdecke ich an der Hauswand der „Pension & Gasthaus Polenztal“ ein wunderbares Gemälde: ein von vier Pferden gezogenes Fuhrwerk, das mit Holzfässern beladen durchs Tal fährt.
Mittagspause auf der Burg Hohnstein
Wir steigen auf zur Felsenburg Hohnstein. Die beeindruckende Stadt und die dazugehörige Burg strahlen sehr viel Geschichte aus. Der Standort spielte sowohl im Mittelalter als auch in der NS-Zeit eine wichtige Rolle und wird mehrfach geschichtlich erwähnt.
Im Innenhof der Burg entdecken wir ein kleines Restaurant, das uns drei hungrige Wanderer hervorragend bewirtet. Obwohl mich der Kuchen anlächelte, war mir nach der Anstrengung eher nach etwas Herzhaftem zumute. Grund dafür war sicherlich die anstrengende Tour bei dem wirklich warmen Wetter.
Wald und (Dieb-) Höhlen
Der wunderschöne waldige, teils bewurzelte Weg führt uns nun recht eben entlang des Hanges des Polenztals. Hier findet der Wanderer mit genügend Zeit allerlei Highlights (wir halten uns aufgrund der 30km Tour allerdings nicht lange an einem Ort auf).
Hierbei kommen wir an der Gautschgrotte und der Diebshöhle vorbei. Es waren weder Diebe noch Fledermäuse in der Nähe.
Treppen, Treppen und noch mehr Treppen
Vorbei an tollen Aussichtspunkten führt uns der Weg immer tiefer hinab ins Polenztal. Er ist nun aber auch von vielen treppenreichen Auf- und Abstiegen geprägt, und wir merken deutlich, wie unsere Beine langsam müde werden.
Vor allem der Anstieg nach Waitzdorf hat es noch einmal in sich. Doch nach den steilen Stufen geht es zum Glück flach über Schotter den Mühlweg entlang.
Kohlichtgraben und Kohlmühle
Der Abstieg zur Kohlmühle führt uns nun durch ein enges Tal. Zunächst befürchte ich, der Weg könnte unpassierbar sein, denn überall liegen tote, trockene Bäume, als wären sie mit einer Sense abgesäbelt worden. Der Pfad an sich ist zwar einfach, aber ich habe ständig ein mulmiges Gefühl, da wir gelegentlich ein lautes Knarzen hören, während wir unter den Bäumen hindurchsteigen.
Anfang des Jahres war dieser Weg noch unpassierbar.
Goßdorf-Kohlmühle entpuppt sich als altes Fabrikgelände. Es gibt zwar noch Gleise, aber heute fährt hier kein Zug mehr. Deshalb wandern wir weiter die Sebnitz entlang und dann hinauf nach Altendorf.
Von dort erwischen wir den stündlich fahrenden Bus zurück nach Bad Schandau. Die Beine schmerzen und der Hunger meldet sich lautstark – ein Festmahl haben wir uns heute redlich verdient!

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Weiter Blick entlang der Elbe von der Bastei Lohmen

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Burg Hohnstein in Sicht!

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Kurzer Blick in die Diebhöhle. Wer hier wohl schon alles war?

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Das Totholz hält keinem Unwetter stand. Die Bäume fallen deshalb wie Mikado-Stäbchen.
Etappe 3: Von Altendorf ins Kirnitzschtal (23 km | 830 hm)
Next adventure: Schrammsteine
Von Altendorf aus geht es zunächst steil bergab und über die Kirnitzsch. Wir legen direkt ein hohes Tempo vor, um den Menschenmassen aus dem vollen Bus zu entkommen. Der Malerweg führt uns durch traumhaft grüne Wälder, vorbei an einzigartigen Felsformationen.
Nach etwa fünf Kilometern erreichen wir die berühmten Schrammsteine – ein steiles Felsenlabyrinth. Wie dunkle Finger ragen die Felsen aus dem sächsischen Wald.
Traumhafte Aussicht am Schrammsteingratweg
Wer auch immer jedem dieser Steine einen Gipfelnamen gegeben hat, war entweder sehr kreativ, ziemlich betrunken oder beides (die Namen reichen von Eunuch und Jungfer über Nichte, Neffe und Onkel bis hin zu Max und Moritz neben dem Schrammtorwächter).
Weiter geht es an den Schrammsteinwänden entlang auf den Schrammsteingratweg. Von hier aus sollte man unbedingt den kleinen Abstecher nach links zur Schrammsteinaussicht machen, um den Blick über die Sächsische Schweiz und die Felsformationen zu genießen. Einer der schönsten Ausblicke dieser Woche!
Die nächsten acht Kilometer führen uns weiter durch das „Universum der Schrammsteine“ – man könnte sie in einem Wanderblog unmöglich alle aufzählen. Der Weg schlängelt sich auf Wurzelpfaden durch das Dickicht, stets vorbei an fotogenen Motiven. Das sogenannte Kleine Prebischtor ist mir hier besonders in Erinnerung geblieben. Es sieht aus wie eine altgermanische Opferstätte, scheint aber eine natürliche Sandsteinformation zu sein.
Vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhlstall
Der Malerweg führt uns nun am Kirnitzschtal entlang. Hier gäbe es mehrere Möglichkeiten, um mit dem ÖPNV aus der Etappe auszusteigen. Kurz darauf stoßen wir auf den Lichtenhainer Wasserfall. Dieser ist künstlich angelegt: Regelmäßig werden die Schleusentore geöffnet, um das Wasser für kurze Zeit in die Tiefe stürzen zu lassen. Hier besteht auch die Möglichkeit zur Einkehr, die wir allerdings auslassen. Uns zieht es direkt weiter bergauf zum berühmten Kuhstall.
Einer Infotafel entnehmen wir, dass dieses riesige Felsentor seinen Namen von den Bauern erhalten hat, die ihr Vieh hier im Dreißigjährigen Krieg vor den Schweden versteckten. Zum Kuhstall hinauf führt auch ein Rundweg über eine schmale Treppe – die „Himmelsleiter“. Achtung, ein wichtiger Hinweis: Folgt hier nicht meiner Route, denn ich bin diese „Einbahnstraße“ prompt in der falschen Richtung gewandert.
Im Kirnitzschtal zum Bus
Wir steigen also die „Himmelsleiter“ hinauf, um die wunderbare Aussicht zu genießen. Uns kommen zwar Wanderer entgegen, doch keiner weist uns „Falschfahrer“ darauf hin, dass wir gleich in eine der engsten Passagen der Sächsischen Schweiz geraten werden. Die Himmelsleiter, eine schmale Stahltreppe, führt durch einen engen Felsspalt von der Höhle hinauf auf das Kuhstallplateau. Glücklicherweise kommt uns gerade niemand entgegen…
Der Weg vom Kuhstall hinab zur Kirnitzsch führt uns auf gutem Untergrund zurück an den Fluss. Entlang der gesamten Kirnitzschtalstraße verkehrt ein Linienbus, weshalb die Tour je nach Kraftreserven beliebig verlängert werden kann. Wir wandern deshalb noch vier weitere Kilometer, um am Folgetag von dort aus direkt nach Süden starten zu können.
In Erinnerung bleibt uns vor allem der Endspurt, den wir im Vollsprint zum wartenden Bus hinlegen mussten. Während Robert mit dem Knöchel umknickt, schaut uns der Metal hörende Busfahrer im Wikinger-Stil unbeeindruckt an. Selbst auf meine ausführliche Danksagung für sein Warten hin verzieht er keine Miene, schließt die Bustür und fährt los.
Wir beenden diese wunderbare, ereignisreiche und naturnahe Wanderung überglücklich mit einem weiteren, hochverdienten Eis in Bad Schandau.

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Der Blick zu den Schrammsteinen vom Schrammsteingratweg

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Das kleine Prebischtor

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Die „Himmelsleiter“
Etappe 4: Vom Kirnitzschtal nach Krippen (21 km | 880 hm)
Tief im Walde
Die ersten zwölf Kilometer dieser Etappe führen durch den tiefen Wald des Nationalparks. Mit seinen zahlreichen kürzeren Auf- und Abstiegen ist dies auch der anstrengendste Abschnitt, zumal sich die Beine von den letzten Tagen noch schwer anfühlen.
Auch der Untergrund ist abwechslungsreich und bietet alles, was das Wanderherz begehrt: Wurzelpfade, Bohlenwege, Gratpfade und auch mal eine Schotterpiste. Uns begegnen hier nur sehr wenige andere Wanderer, was dem Ganzen eine wunderbar abgeschiedene Atmosphäre verleiht.
Rast und Soljanka
Am höchsten Punkt dieses Wandertages, dem Großen Winterberg, steht ein kleiner Kiosk. Er kommt uns wie gerufen, um eine eiskalte „Garten-Limonade“ zu genießen. Manche Dinge schmecken eben unglaublich gut, wenn man sie wirklich braucht.
Der Abstieg nach Schmilka ist teilweise steil, aber technisch nicht schwierig. Das kleine Dörfchen begeistert mich sofort, und weil es so schön ist, entscheiden wir uns, hier zu Mittag zu essen. Heute gibt es Soljanka, eine säuerlich-scharfe Suppe aus der osteuropäischen Küche. Es ist erst meine zweite Soljanka überhaupt (die erste gab es zu Weihnachten bei meiner herzlichen ostdeutschen Wahlfamilie … :*).
Nach einer kurzen Mittagspause nehmen wir die Fähre, um die Elbe zu überqueren. Dieser Moment fühlt sich an wie ein Meilenstein, wie die „Halbzeit“ der gesamten Tour.
Wanderer über dem Nebelmeer
Nach einem kurzen, steilen Aufstieg vom Südufer erreichen wir das Dörfchen Schöna. Von hier aus wandern wir am bekannten Zirkelstein und an der Kaiserkrone vorbei – bewaldete Hügel, die wie Pilze in der sächsischen Landschaft stehen.
Nach einer kurzen Pause an einem Teich zwischen Schöna und Reinhardtsdorf erreichen wir einen Punkt, den ich nicht mehr vergessen werde: Hier genießen wir den Ausblick, der den berühmten Maler Caspar David Friedrich zu seinem „Wanderer über dem Nebelmeer“ inspiriert haben soll.
Von diesem Aussichtspunkt sind es noch etwa eine Stunde bergab nach Krippen. Um von dort zurück nach Bad Schandau zu gelangen, ist der schnellste Weg für uns erneut die Fähre, die uns dieses Mal flussabwärts bringt.

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Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ Perspektive
Etappe 5: Von Krippen nach Königstein (19 km | 810 hm)
Wandern am ersten Mai
Es ist der Erste Mai – ein Feiertag in Deutschland. Erhöhter Wanderverkehr ist deshalb zu erwarten. Doch zur Entwarnung: Wir spüren das vor allem an den bekannten Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten. Der Malerweg an sich ist nicht nennenswert überfüllt.
Morgens nehmen wir wieder unkompliziert die Fähre von Bad Schandau nach Krippen und starten in unsere fünfte Etappe.
Ungefähr dreieinhalb Kilometer wandern wir entspannt und leicht bergauf durch den Wald der Sächsischen Schweiz, bis die beiden „Berge“ Papststein und Gohrischstein vor uns auftauchen.
Felsspalten-Durchschreiter
Die Besteigung des 451 Meter hohen Papststeins verläuft ohne Probleme. Der Aufstieg belohnt uns mit einem fantastischen Rundumblick in alle Himmelsrichtungen. Immer wieder durchqueren wir enge Felsspalten auf gut gesicherten Wegen. Auf dem Gipfel selbst befindet sich eine bewirtschaftete Berggasthütte, weshalb sich hier am Feiertag sehr viele Familien tummeln.
Wir flüchten jedoch recht zügig über den Abstieg auf der gegenüberliegenden Seite vor diesem „Hotspot“, um den spannenderen Aufstieg zum Gohrischstein in Angriff zu nehmen.
Stau am Kletterpass
Am Gohrisch gibt es eine Passage, die über eine Leiter zum Hochplateau führt. Gerade als wir hier zum Aufstieg ansetzen wollen, kommt uns eine 30-köpfige Gruppe entgegen – wir müssen fast zehn Minuten warten.
Die Aussicht vom Sandsteingipfel entschädigt uns aber für die Geduldsprobe. Im Nordwesten sind bereits der Pfaffenstein und die historische Festung Königstein zu sehen. Im Südosten schweift unser Blick am Papststein und am Kleinhennersdorfer Stein vorbei, weit bis in die Böhmische Schweiz.
Über eine Stahltreppe auf der anderen Seite können wir dann sicher absteigen und dem Malerweg weiter folgen.
Idyllische Waldwege
Nun beginnt ein wunderschöner, idyllischer Abschnitt, der uns vorbei an Lichtungen und Feldern bis nach Pfaffendorf führt. Über die weitläufigen, gelb blühenden Felder können wir die markanten Tafelberge betrachten, die so typisch für die Sächsische Schweiz sind. Dabei fragen wir uns schon gespannt, welcher wohl unser nächster Gipfel sein wird.
Auch wenn die absoluten Höhenmeter meist nicht extrem sind, spüren wir sie aufgrund der sehr steilen Anstiege – oft über unzählige Treppenstufen – dennoch deutlich in den Beinen.
Pfaffenstein – ein Naturwunder
Vermutlich einzigartig auf dieser Welt – der Pfaffenstein. Ich würde ihn fast schon als eigenes „Pfaffenstein-Gebirge“ bezeichnen, denn inmitten der zahlreichen Felsen, Schluchten und verwinkelten Pfade kann man sich leicht verlaufen.
Wir steigen über eine steile Leiter durch das berühmte „Nadelöhr“ auf den Tafelberg, wobei wir wegen des dichten Wanderverkehrs immer wieder Geduld beweisen müssen. Unser Ziel ist es, zur „Barbarine“ zu gelangen. Diese einzigartige, 43 Meter hohe Felsnadel wurde im Jahr 1905 zum ersten Mal bezwungen. Auch sie wurde schon früh in historischen Gemälden der Romantik verewigt und lockt heute noch täglich Hunderte von Besuchern an.
Auf dem letzten Waldabschnitt nach Königstein
Wir verlassen den Pfaffenstein, um den letzten Abschnitt nach Königstein in Angriff zu nehmen. Doch auch dieser sollte nicht unterschätzt werden:
Der Weg führt uns noch einmal mehrere Kilometer durch den dichten Wald. Auf verschlungenen Wurzelpfaden wandern wir vorbei am „Quirl“, einem Felsplateau, das wir aber nicht mehr besteigen.

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Diesen Anblick erhält man auf dem Malerweg öfter (nur ohne mich 😀 )

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Die Barbarine
Etappe 6: Von Königstein nach Pirna (25 km | 710 hm)
Aufstieg zur Burg
Diesen Morgen geht es mit dem Bus von Bad Schandau nach Königstein. Wir haben das klare, erste Ziel vor Augen: auf die Burg Königstein!
Dieser Abstecher lohnt sich allemal, denn die Burg und alle Gebäude darin sind extrem gut erhalten. Die Burg selbst liegt auf einem hohen Felsplateau und scheint uneinnehmbar zu sein. Wir nehmen uns fast zwei Stunden Zeit, um einmal um das gesamte Gelände zu gehen und auch die Museen über die Geschichte der Burg zu studieren. Nach einer leckeren Bratwurst geht es dann aber wirklich los. Die restlichen 20 Kilometer wandern sich nämlich nicht von allein.

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Die Burg Königstein scheint uneinnehmbar

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Der Blick hinab zur Elbe. Ich halte kurz inne, denn hier sind viele Soldaten in den Schlachten vor der Burg gefallen.
Ausrüstung
In meinem Tagesrucksack habe ich immer ein erste Hilfe Set, Wasser und Proviant, sowie wetterabhängige Zusatzkleidung. Bei den langen Etappen sollte eine Powerbank nicht fehlen.
Wanderschuhe empfehle ich sowieso immer, auch im Mittelgebirge.
Verpflegung
Diese Variante des Malerwegs ist gezielt auf eine zentrale Unterkunft in Bad Schandau ausgelegt. Somit wird nur ein Tagesrucksack mit Tagesrationen benötigt.
Dennoch besteht auf jeder Etappe die Möglichkeit zur Einkehr für warmes Mahlzeiten, ein Kaltgetränk oder Kuchen. Da die von mir geplanten Etappen jedoch länger sind als die Standardversion, sollte entsprechend mehr Wasser und Proviant eingepackt werden.
5 Fragen
Warum habe ich diese Tour gewählt?
Der Malerweg gehört zu den bekanntesten Fernwanderwegen Deutschlands. Mit 6-8 Etappen ist er gut in einer Woche machbar. Zudem lernt man einen großen Teil der Sächsischen Schweiz kennen und somit ein großes Kulturerbe in Deutschland. Die Tour lief im Mai wettertechnisch wie geschmiert. In den Bergen hätten wir hier noch Schnee gehabt.
Welcher Moment blieb mir in Erinnerung?
Was hat mir nicht gefallen?
Mit wem war ich unterwegs?
Würde ich diese Wanderung nochmal gehen?
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