Nach drei verregneten Tagen erwachen wir endlich bei sonnigem Vogelzwitschern im malerischen Garneratal und starten hochmotiviert in die letzte Etappe unseres viertägigen Montafoner Abenteuers. Die Route führt uns von der Tübinger Hütte über das Mittelbergjoch und das karge Vergaldner Joch, wo uns ein atemberaubender Weitblick über die Silvretta und das Rätikon belohnt. Nach einem steilen Abstieg ins Vergaldatal, vorbei an einer kniffligen Bachpassage und der urigen Vergaldaalpe, erreichen wir schließlich das Bergdorf Gargellen. Hier schließt sich der Kreis unserer Rundtour 2024 – mit der Vorfreude im Gepäck, genau an diesem Ort im nächsten Jahr das nächste Wanderkapitel aufzuschlagen.
Den Bericht zur Etappe 3 vom Vortag findest du hier.
Alles rund um unser Abenteuer in der Montafoner Hüttenrunde findest du hier.
Tourendaten im Überblick
Streckenlänge:
13 km
Höhenmeter bergauf:
310 m
Höhenmeter bergab:
1.120 m

Montafoner Hüttenrunde Etappe 4: Von der Tübinger Hütte nach Gargellen
gewandert am 20.08.2024
Key Facts
| Schwierigkeitsgrad | 4/5 |
| Kulturgrad | 2/5 |
| Naturgrad | 4/5 |
| Beste Jahreszeit | Juli bis September |
| Startpunkt | Tübinger Hütte |
Tourenbeschreibung
Good Morning Garneratal!
Endlich bei sonnigem Vogelzwitschern aufzuwachen, anstatt von Regentrommeln geweckt zu werden! Endlich mit einem heißen Kaffee vor der Hütte zu stehen und das saftige, feuchte Grün in der Nase zu haben – anstatt Petrichor, den schweren Geruch von feuchtem Asphalt und Regen. Das war doch der wahre Grund, sich auf ein Berghüttenabenteuer einzulassen.
Unter einem sonnig blauen Himmel schweifen unsere noch verschlafenen Blicke durch das Garneratal fast bis hinunter nach Gaschurn.
Zwei Bergpässe gilt es zu überqueren
Von der Tübinger Hütte aus betreten wir nochmals die Schwabenplatte, um dann dem Bergweg (T2) in Richtung Mittelbergjoch auf 2.400 Metern Höhe zu folgen. Während uns der zunehmend steiniger werdende Pfad über die grünen Hänge des Garneratals führt, ertönen die ersten Warnrufe der Murmeltiere. Gelegentlich sehe ich ein neugieriges Köpfchen aus den Felsen blitzen.
Nach 2,5 Kilometern überqueren wir das Mittelbergjoch ohne große Pause. Das eigentliche „Highlight“ der heutigen Etappe leuchtet uns bereits einen weiteren Kilometer entfernt in der Augustsonne entgegen: das Vergaldner Joch. Diesen Kilometer legen wir auf einer kargen Schotter- und Steinlandschaft zurück, bis wir das Joch erreichen. Hier lohnt es sich, einfach mal Platz zu nehmen und den wunderbaren Ausblick über das Silvrettagegebirge zu genießen.
Weitblick
Innerhalb der Silvrettagruppe befinden wir uns hier in der Garneragruppe im Westen der Silvretta. Dutzende Gipfel lassen sich von diesem Logenplatz aus betrachten. Zudem erblicken wir nun zum ersten Mal das Rätikon – die Nachbargebirgsgruppe, durch die uns die Montafoner Hüttenrunde im weiteren Verlauf noch führen wird. Wer die heutige Tour nachwandert, sollte hier also unbedingt eine ausgiebige Panorama-Pause einplanen.
Während ich den Blick in Richtung Südwesten schweifen lasse, entdecke ich plötzlich zwei Hörner weit oben am Fels: Ein einsamer Steinbock steht königlich an der steilen Kluft und genießt mit uns das beeindruckende Panorama. Was für ein unvergesslicher Moment!
„Nur für Geübte“ ins Vergaldatal
Während wir langsam in Richtung Vergaldatal absteigen, kommt uns ein Wegewart entgegen. Er spricht uns an und erkundigt sich nach unserem Ziel. Auf dem Weg hat es wohl einen Steinrutsch gegeben, weshalb er gerade dabei ist, vorsorglich Schilder mit der Aufschrift „Nur für Geübte“ aufzustellen, bis der Pfad wieder instand gesetzt ist. Als wir ihm von unseren letzten drei Wandertagen erzählen, merkt er schnell, dass wir bereits schwierigere Abschnitte hinter uns haben. Beruhigt gibt er sich mit unserer Erfahrung zufrieden, weist uns aber noch einmal eindringlich auf eine knifflige Stelle bei einer Bachüberquerung hin.
Diese Passage erreichen wir tatsächlich nach wenigen Gehminuten (ich habe sie euch unten im Bild festgehalten). Natürlich herrscht hier erhöhte Rutschgefahr, doch mit etwas Gleichgewicht, Trittsicherheit und gesundem Selbstbewusstsein ist sie gut machbar.
Vergaldatalpe – das Erste von vielen Malen
Im Schutzgebiet Vergalda liegt die Vergaldner Alpe (Vergaldaalpe) – die letzte Sennalpe im Gargellener Gebiet. Sie liegt inmitten einer einzigartigen botanischen Vielfalt. Das Tal selbst ist zwar nicht bewaldet, dafür aber von dichten Sträuchern und bunten Blumenwiesen geprägt. Auf den Infotafeln am Wegesrand lesen wir, dass diese Ruhezone ein überlebenswichtiger Lebensraum für Birkhühner und anderes Wild ist.
Wir nutzen die Einkehr auf der Alpe natürlich ausgiebig, um uns mit frischem Bergkäse und Speck einzudecken, bevor wir das letzte Stück zum Etappenziel in Gargellen in Angriff nehmen.
Ab hier wandern wir auf einer einfachen Schotterstraße hinab in das Bergdorf Gargellen bis zu unserem Parkplatz, an dem wir vor vier Tagen die Autos abgestellt haben.
Hier endet unser Montafoner Abenteuer für das Jahr 2024. Doch an genau derselben Stelle wird es ein Jahr später für Marc und mich zu zweit weitergehen.
Über dieses nächste Abenteuer werde ich euch ganz bald hier berichten.

alex-wandert-halt.de
Das morgentliche Garneratal von der Tübinger Hütte

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Der Blick zum Mittelbergjoch und darüber hinaus

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Die Stelle für „Geübte“ im Vergaldatal
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